In 15 Minuten zum Weltmeister: Mit diesem Pesto-Rezept gelingt’s!

Könnt ihr etwas besonders gut? So gut, dass ihr damit eine Weltmeisterschaft für euch entscheiden könntet? Ich persönlich stehe vor dem Problem, dass ich beispielsweise zwar immer recht sportlich war, jedoch nie den Ehrgeiz besessen habe, Profi-Ballerina/-Tennispielerin/-Schwimmerin zu werden. In dem Moment, in dem ich meine Wochenenden für Turniere oder Wettbewerbe opfern musste, war ich meist gedanklich schon aus dem jeweiligen Verein ausgetreten. Keine idealen Voraussetzungen für eine angehende Weltmeisterin…

Pesto-Weltmeisterschaft in Genua

Sergio Muto: er gewann 2012 die Pesto-Weltmeisterschaft in Genua

Sergio Muto: Er gewann 2012 die Pesto-Weltmeisterschaften in Genua

Sergio Muto ist dagegen Weltmeister in einer Disziplin, von der ich bis vor kurzem noch gar nicht wusste, dass es sie gibt. Alle zwei Jahre findet in der italienischen Region Ligurien, der Heimat des köstlichen Pestos, die „Campionato Mondiale di Pesto Genovese al mortaio“, die sogenannte Weltmeisterschaft des Pesto, statt. Über 100 Profi- und Hobbyköche aus der ganzen Welt gehen hier mit ihren Mörsern und Stößeln an den Start, denn Ehrensache, ein Sieger-Pesto muss mit eigener Kraft von Hand zerdrückt und nicht einfach durch einen handelsüblichen Mixer gejagt werden. Speziell geht es bei der Meisterschaft um das Pesto a la Genovese, benannt nach Liguriens Hauptstadt Genua, der Wiege des Pesto. Hier wurde das traditionelle Pesto-Rezept bereits in historischen Dokumenten aus dem Jahre 1863 gefunden.

Aber zurück zu Sergio, der im Jahr 2012 die Pesto-Weltmeisterschaft im Palazzo Ducale in Genua für sich entscheiden konnte. Eigentlich stammt Sergio aus Kalabrien und ist gelernter Stuckateur, aber von Kindesbeinen an hat er ein Gespür für feine Speisen, ist leidenschaftlicher Hobbykoch und erfährt 2008 eher durch Zufall von der Weltmeisterschaft in Genua. Aus Interesse nimmt er teil, kann aber nicht auf ganzer Linie punkten und landet auf einem der hinteren Platzierungen. Doch nun ist sein Ehrgeiz geweckt, in den kommenden Monaten feilt er an der idealen Zusammensetzung, experimentiert in seiner Küche mit den Zutaten und hält schließlich sein persönliches Siegerrezept in den Händen. Er qualifiziert sich, gewinnt die Deutsche Pesto-Meisterschaft und fliegt 2012 zum zweiten Mal in Richtung Genua. Dass er schließlich mit dem Weltmeistertitel in der Tasche wenige Tage später zurückfliegen wird, davon weiß Sergio in diesem Moment noch nichts….

Sergios Siegerrezept

Die Zutatenliste für das Pesto a la Genovese ist auf den ersten Blick recht übersichtlich: Ein Topf frisches Basilikum, 40 Gramm Parmesan, 20 Gramm Pecorino Käse (italienischer Hartkäse aus Schafsmilch), eine Handvoll Pinienkerne (2 EL), zwei Knoblauchzehen, etwas grobkörniges Meersalz sowie 50 ml hochwertiges Olivenöl – das sind die „Magischen 7“ des traditionellen Pesto a la Genovese. Für die Zubereitung braucht man einen großen Mörser sowie einen Stößel – den Mixer lassen wir heute mal im Küchenschrank. Das Pesto ist in weniger als 15 Minuten zubereitet – also ein ideales Gericht für Berufstätige oder Spontan-Hungrige.

Auf den Stößel, fertig, los!

Basilikum

Basilikum satt!

Zunächst werden die beiden Knoblauchzehen mit dem Stößel im Mörser zerkleinert und fein zerdrückt. Etwas Salz hinzufügen und mit zerstampfen. Sergio ist bei den beiden ersten Zutaten immer vorsichtig: „Nicht so viel Salz und Knoblauch“, warnt er. Selbst Spitzenköche vertuen sich hier scheinbar immer mal wieder bei der Dosierung, ein beliebter Fehler, der im Nachhinein jedoch nur schwer behoben werden kann.
Nun geht es dem Basilikum an den Kragen. Die kompletten Blätter des kleinen Strauches werden abgezupft und direkt in den Mörser gegeben. Mit dem Stößel werden die Blätter dann zerdrückt und mit dem Knoblauch und Salz zusammen zermahlen. Wenn ihr alles richtig macht, treten nach wenigen Minuten die ätherischen Öle des Basilikums aus. Dann kommen die Pinienkerne dazu und werden mit dem grünlichen Brei zerstampft. An letzter Stelle werden die beiden, feingeriebenen Käsesorten hinzugegeben und mit zerdrückt. Seid ein bisschen vorsichtig, was den Pecorino angeht – je nach Sorte, kann der Käse eine kräftige Note haben.
Der Masse wird jetzt reichlich Olivenöl beigeben und alles zusammen wird zu einem feinen, geschmeidigen Pesto  verarbeitet. Notfalls nochmals etwas Olivenöl hinzufügen, das Pesto sollte nicht zu dickflüssig sein. Fertig!

Dazu passt hervorragend (frische) Pasta bzw. frisch gebackenes Focaccia Brot.

Ihr möchtet Sergio einmal persönlich kennenlernen?

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin führt er die La Fattoria in Stuttgart. Hier könnt ihr köstliche Delikatessen aus Italien kaufen, einige tolle Accessoires rund um Küche und Wohnen erstehen oder einen Pesto-Kochkurs mit Sergio belegen. Wenn ihr mehr über Ligurien, die Heimat des Pesto, erfahren möchtet, dann guckt mal hier vorbei. Es erwartet euch eine übersichtliche und informative Webseite über die beliebte Reiseregion in Norditalien, mit vielen tollen Rezepten und zahlreichen Urlaubsideen mit Fernwehgarantie!

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